
Am späten Nachmittag verließen wir den Campingplatz in Richtung Norden. Die ungewohnt lange Zeit an einem Ort war einerseits sehr erholsam, andererseits wollten wir nun auch wieder etwas anderes sehen und vor allem entdecken.
Ziel unserer kurzen Fahrt war die Gegend rund um Fregona, wo es die Höhle von Caglieron zu besichtigen gibt. Obwohl es „eine“ Höhle nicht ganz trifft, es handelt sich um einen ganzen Park mit einem ca. ein stündigen Spaziergang, auf dem man von einer Höhle zur nächsten geht.
Aber dazu später mehr.
Wir hatten uns bei P4N den Parkplatz direkt an den Grotten als Stellplatz für die Nacht ausgesucht und waren die einzigen dort. Zwischen 8 Uhr und 20 Uhr zahlt man 2€ pro Stunde an Parkgebühr.

Noch ein Tipp für die Anfahrt: Unbedingt über das Örtchen Fregona zum Parkplatz fahren und nicht auf google oder Navis hören, die über Breda leiten wollen. Wir sind letztgenannte Strecke zurück gefahren und waren uns einig, dass der Hinweg deutlich nervenschonender war…
Nach einer ruhigen Nacht konnten wir am nächsten Morgen zunächst die schöne Aussicht genießen, die wir im Dunklen nicht mehr gesehen hatten und machten uns dann zu den Grotten auf.

Auf dem Weg dorthin bemerkten wir, dass es hier, anders als an der Adria, Vorboten des Herbstes gab: Es gab diesen typischen „Herbst-Laub-Geruch“ und die Blätter begannen, sich zu verfärben bzw. lagen schon unten. Irgendwie schön und ein Vorgeschmack auf zu Hause.
Wir waren tatsächlich die ersten, die den Rundweg begannen und hatten das Schauspiel die ganze Zeit über für uns allein.

Der Weg wechselte zwischen befestigten Wegen und Holzbrücken, die natürlich viel interessanter waren. Gut, dass wir festes Schuhwerk dabei haben!




Ungefähr auf der Hälfte des Weges geht man ein längeres Stück außerhalb der Höhle und dort gibt es dann ein idyllisch gelegenes Restaurant an einer alten Mühle.

Am Ende des Rundwegs gingen wir nochmal den Berg hinauf zum Infopoint, wo es auch ein kleines Café gab und die Möglichkeit, lokale Produkte, insbesondere verschiedene Käsesorten zu kaufen. Wir hatten es auf den Höhlenkäse abgesehen, der in den Grotten reift.

Bei leckerem Capucchino, einem kleinen Vorspeisenteller und Sonnenschein stärkten wir uns für die Weiterfahrt und nahmen natürlich auch ein Stück Käse mit.
Weiter ging die Fahrt dann mittags in Richtung Nordosten

Aufgrund des unerwartet dichten Verkehrs passte im Zusammenspiel mit Fenjas Mittagsschlaf als Ziel Tarcento gut für einen weiteren Stopp.
Uns fielen im Friaul schon bald die zweisprachigen Ortsschilder auf. Eine kurze Internetrecherche ergab dann, dass dort „Friaulisch“ gesprochen wird. Das Friaulisch, auch Furlanische oder Friulanisch genannt, ist eine romanische Sprache. Furlanisch wird im italienischen Friaul von etwa 600.000 Menschen gesprochen und ist dort als regionale Amts- und Schulsprache anerkannt.
Der kleine Ort Tarcento bietet einen kostenlosen kommunalen Stellplatz für bis zu 10 Wohnmobile an, ruhig zwischen Bäumen und direkt am Fluß Torre gelegen.
Bis auf ein weiteres Wohnmobil war der Platz leer und wir hatten die freie Auswahl, wo wir stehen wollten.

Auf einem Spaziergang schauten wir uns den kleinen Ort an,

kauften ein paar Kleinigkeiten ein und verbrachten dann einige Zeit auf dem dortigen Spielplatz, bevor wir wieder zum Stellplatz zurück gingen.
Die Abendstimmung am Fluß war dann richtig schön anzusehen.


Unser erster Kontakt mit dem Friaulischen heute wird wohl noch nicht der letzte gewesen sein, denn auch in Slowenien wid in einigen Regionen Friaulisch gesprochen. Und dort soll es morgen hingehen.